Die Geschichte der Ostseeinsel Rügen


Die Geschichte Rügens


Rügen einst…

Steindenkmäler wie Großsteingräber und Opfersteine weisen darauf hin, dass Rügen bereits in der Steinzeit besiedelt war. Der dänische König Waldemar I. eroberte im 12. Jahrhundert das Fürstentum Rügen. Im Anschluss wurden Dänische Klöster gegründet, die einigen der heutigen Städte ihren Namen verliehen, so z.B. der größten Stadt der Insel: Bergen.

 

Im Jahre 1325 ging das Fürstentum an Pommern-Wolgast, bis es 1478 mit Pommern vereinigt wurde. Im Zuge des Westfälischen Friedens vereinnahmte 1678 Schweden die Ostseeinsel, musste sie jedoch während der Napoleonischen Kriege den Franzosen überlassen. Im Frieden von Kiel ging die Insel 1814 zunächst von Schweden an Dänemark und fiel dann bereits ein Jahr später durch den Wiener Kongress an Preußen.

 

 

Bäderarchitektur auf Rügen (Villa Vinetta in Sellin)
Bäderarchitektur auf Rügen (Villa Vinetta in Sellin)

…und heute

Rügen präsentiert sich heute als moderne Ferieninsel, deren historischer Charme ungebrochen ist. Das heutige Antlitz Rügens wäre ohne Fürst Malte I. von Putbus undenkbar. Er war es, der der Insel ihr kulturelles Gesicht verliehen hat.

 

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte Fürst Malte bei fast allem, was sich auf Rügen entwickelte, seine Finger im Spiel. Auf zahlreichen Reisen hatte er klassizistische Architektur, italienische Renaissance und deutsche Seebäder kennen und lieben gelernt. Ein Vorbild, das er auf seine Heimatstadt Putbus übertragen wollte. Er ließ Putbus von Grund auf neu gestalten, den kreisrunden Circus und die Alleen anlegen, erweiterte das (heute nicht mehr existierende) Schloss und gestaltete auch den Schlosspark neu.

 

In seinem Bestreben, Putbus das Stadtrecht zu verschaffen, lockte er Handwerker, Kaufleute und Fabrikanten an. Sein Traum war es, aus Putbus ein mondänes Seebad zu machen, nur gab es bei seinen Bemühungen ein kleines Problem: Putbus liegt nicht am Meer.

 

Zunächst versuchte Fürst Malte, diesen Makel dadurch zu kompensieren, dass er ein Kurhaus errichtete und mit Salzwasser der Ostseeküste befüllen ließ. Die Badegäste aber fragten sich, warum sie sich mit einem Kurhaus zufrieden geben sollten, wenn die schöne Seebäderküste unweit entfernt lag? Der Badeort Sassnitz war bei den Urlaubern wesentlich beliebter als Putbus.

Daher kam Fürst Malte die Idee, das Fischer- und Bauerndorf Binz mit Holzstegen und Umkleidehütten auszustatten und als Alternative zu Sassnitz zu etablieren. Es sollte allerdings noch bis 1900 dauern, bis Binz den Badeort Sassnitz in der Gunst der Urlauber überflügelte. Damit die Urlauber von seiner Fürstenstadt Putbus schneller zu den Ostseebädern kamen, ließ Malte eine Zugverbindung bauen, die erst viele Jahre nach seinem Tod fertig gestellt wurde: Der berühmte „Rasende Roland“ verbindet noch heute Putbus mit den Seebädern Binz und Göhren.