Geschichte des Ostseebades Binz
Das Fischer- und Bauerndorf wurde erstmalig 1318 als „Byntze“ urkundlich erwähnt. Die Grafschaft Streu war bestrebt, Steuern zu erheben und so war die genaue Erfassung der einzelnen Dörfer unvermeidlich.
Das Zentrum der Siedlung war die heutige mittlere Bahnhofstraße und die Rabenstraße.
Fürst Malte I. zu Putbus legte den Grundstein für die spätere Bedeutung von Binz als Ostseebad. Gäste des Fürsten badeten um 1830 an der Mündung der Ahlbeck – einem Abfluss des Schmachter Sees.
Ca. 1870 rückte der Badeort allmählich ins öffentliche Bewusstsein. 1876 wurde das erste Hotel eröffnet, vier Jahre später wurde das Strandhotel als erstes Hotel in Strandnähe errichtet und 1884 wurde Binz offiziell zum Badeort erklärt.
Nur wenige Jahre später wurde 1893 das erste Kurhaus und der Kaiserhof errichtet, 1895 folgte der Bau der Kleinbahnstrecke Putbus-Binz und die Anlage der Strandpromenade, nochmals sieben Jahre später eine 600 Meter lange Seebrücke.
Zu Zeiten der DDR wurden 1953 im Rahmen der „Aktion Rose“ Besitzer von Hotels, Pensionen und Häusern willkürlich terrorisiert, verhaftet und enteignet. Der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund (FDGB - Dachverband der Einzelgewerkschaften in der DDR) riss Teile des Ortes an sich, um seinen Mitgliedern Urlaubsunterkünfte einzurichten. Nördlich des alten Stadtteils wurden Siedlungen in Plattenbauweise errichtet.
Nach der Wiedervereinigung kam ab 1990 Bewegung in die erstarrten Strukturen. Ein Großteil der alten Villen an der Strandpromenade und im Zentrum von Binz wurden den früheren Eigentümern zurück übertragen. Binz profitierte von der sich anschließenden Sanierung und Rekonstruktion. 1994 wurde die neue, nunmehr 370 Meter lange, Seebrücke eingeweiht, welche die alte, 1942 zerstörte Brücke ersetzte. Im Jahre 2003 konnten die Promenade am Schmachter See und der Park der Sinne eröffnet werden. Binz ist in der Modernen angekommen ohne dabei seine Wurzeln zu vergessen.


